Gemeindeteil Steinbach

Der Gemeindeteil Steinbach stellt sich vor ...

Altes Wappen von Steinbach a. Wald
Über blauem Wellenschildfluß eine durchgehende silberne Mauer,
darüber in Blau nebeneinander eine wachsende eintürmige Wehrkirche
in Seitenansicht und ein goldener Kelch mit daraus wachsendem
goldenem Abtstab. Die von Wasser umgebene Wehrkirche mit dem
Patron St. Johann Baptist ist das Hauptbild im Wappen.
Der Kelch mit dem Abtstab war das Wappen des Zisterzienserklosters
Langheim, zu dessen Eigen Teuschnitz der Ort einst gehörte.
Die Wellen symbolisieren den Ortsnamensbestandteil "Bach".


Höhenlage: 583 m ü. NN
Gesamtfläche: 773 ha
Gemeindeteile: Steinbach a.Wald, Kohlmühle, Steinbach a.W.Bhf., Steinbacher Mühle

Ortsplan

Ortsplan Steinbach

Verkehrslage:
Steinbach a.Wald ist für den Verkehr sehr gut erschlossen. Durch die Bundestraße 85 hat der Ort Verbindung zum gesamten Straßennetz und durch Bahnhof und Gleisanschluss Möglichkeiten der Personen- und Güterbeförderung auf dem Schienennetz.

Einwohnerentwicklung:

1800 >>>> 250
1850 >>>> 400
1900 >>>> 450
1939 >>>> 733
1946 >>>> 1059
1968 >>>> 1417
1970 >>>> 1300
2000 >>>> 1266
2008 >>>> 1145
2010 >>>> 1102
2012 >>>> 1059
2017 >>>> 1103


Ortsgeschichte:
Der Ort wird im Jahre 1190 mit dem Namen Steynbach erstmal urkundlich erwähnt und bereits im Jahre 1599 Steinbach genannt.
Ursprünglich dem Thüringer Reich zugehörig, ist unser Gebiet dem Frankenreiche einverleibt worden. Um das Jahr Tausend ist der Rennsteig die nördliche Grenze des Radenzgaues. Vorher sind aber schon Slawen teils freiwillig, teils als Kriegsgefangene bei uns eingesickert. Bambergs Bischof Günther 1059 bestätigt dies, indem er in einem Synodalbeschluss bekannt gibt, das Volk sei zum größten Teile slawisch und sei den Gebräuchen der Heiden ergeben usw.
Neben den Benediktinern der Abtei Saalfeld, die bis zum Rennsteig kolonisierten und christianisierten, trat als Konkurrent diesseits des Rennsteigs das Kloster Langheim (gegründet 1132) auf. Die Zisterziensermönche trugen getreu ihrer Ordensregel Kultur und Christentum in unseren Nordwald. Sie legten Klostergüter an, so eines unweit Steinbachs im Ebersbach. In den Tälern - Steinbachs Nestlage unmittelbar unter dem Rennsteig ist bemerkenswert - brachte der parallele Ausschnitt die Liegenschaften dem Hus am nächsten (heutige Hofmaße), während auf der Hochebene das Runddorf sich entwickelte.Impressionen aus Steinbach
Die Gaugrafen des Orlagaues, die Herren von Orlamünde hatten um diese Zeit entlegene Besitzungen und Streubesitz auch diesseits des Rennsteiges und es ist bekannt, dass die Besitzverhältnisse in unserem Gebiet nie ganz geklärt waren. Übergriffe, Plünderungen und Räubereien der Lauensteiner und seiner Vasallen gegenüber Langheimer Besitz, verbunden mit Sühneleistungen der Orlamünder im 12. und 13. Jahrhundert machen den Inhalt der einschlägigen Urkunden aus.
Erste urkundliche Erwähnung unseres Ortes
Aus einer Urkunde des Jahres 1190, in der die Gemeinde Steinbach erstmals erwähnt wird, ergibt sich, dass das Dorf ein Teil des "Eygen Teuschnitz" und damit seit 1187 im Besitz des Zisterzienserklosters Langheim war.
Bischof Otto II. von Bamberg macht die Kirche Thuschiz (Teuschnitz), welche der Abt Rabato von Langheim neu errichtet und fundiert hat, zur freien Pfarrkirche und gab 4 Sölden von den 4 Dörfern Thuschiz, Winthagen, Steinpach und Richepach mit dem 3. Teil der Neureuthzehnten.
Etwa zu Beginn des 13. Jahrhunderts haben die Siedler im Steinbachtal eine Turmhügelanlage geschaffen, wie es sie in der damaligen Zeit in Oberfranken häufig gab. Diese Anlagen bestanden aus einem Turm - in Steinbach aus Feldsteinen und 18 Meter hoch - der auf einem von einem Wassergraben umgebenen Hügel stand. Später bekam der Turm einen Anbau, durch den er zu einer Kapelle - wohl ausschließlich für die private Andacht - wurde. Durch Vergrößerung dieses Anbaus bekam Steinbach um 1500 seine erste Kirche. Die Wehrkirche St. Johannes Baptista wurde 1699/71 umgebaut und erhielt dabei ihre heutige Größe. Die Wehrkirche ist das Wahrzeichen von Steinbach.
Am 18. Dezember 1388 Verkauf des "Eygen Teuschnitz" an den Bischof Lambert von Bamberg. Langheim konnte sich seines gewaltigen Besitzes im Laufe der Zeit nicht recht froh werden. Die Adeligen scheuten vor Zerstörung und Verheerung nicht zurück. Dadurch entstanden infolge der fortwährenden Aufbauarbeit neue Schulden, die den Besitz in der nördlichsten Ecke des Frankenwaldes nicht mehr rentabel machte.Impressionen aus Steinbach
1399 gibt Graf Otto von Orlamünde dem Hochstift Bamberg alle seine Renten und Gülten auf, die er gehabt hat auf dem Eigen Teuschnitz und auf den Dörfern Reichenbach, Hasslach, Steinbach, Kehlbach, Buchbach und Windheim mit dem Wildbann gegen 600 fl.
1803 Säkularisation. Damit wird das Hochstift Bamberg, dem Steinbach bis dato untertan war, dem Kurfürstentum Bayern einverleibt.
Besondere Ereignisse:
Der Bauernkrieg 1525 warf nur kleine Wellen in unser abgelegenes Gebiet. Außer einigen kleinen Verfehlungen und hetzerischen Reden verlief die Sache im Sande.
Die Reformation allerdings brachte auch die Gemüter unserer Frankenwäldler in Aufruhr. Als nach Abgang des adligen Geschlechtes in Teuschnitz, das bis Ende des 16. Jahrhunderts den Protestantismus unterstützte, wurde Teuschnitz und auch Windheim durch die Gegenreformation dem Hochstift Bamberg wieder zugeführt. In den Pfarrakten Windheims ist zu lesen (Steinbach gehörte seit 1478 der neuerrichteten Pfarrkirche zu Windheim an), dass der damalige Pfarrer Johann Martin im Jahre 1596 aus Windheim weichen musste, infolge seiner lutherischen Gesinnung. Er trat die Pfarrei 1571 an, musste dann einige Jahre seine Stelle verlassen um sich dann vom Jahre 1588 ab bis zu seiner endgültigen Vertreibung im Jahre 1596 in Windheim behaupten zu können. Er ist übrigens der erste Pfarrer, der urkundlich die Namen der beurkundeten Pfarrherren von Windheim anführt.
Dreißigjähriger Krieg:
Der Rennsteig und die alte Heeresstraße (Rothenkirchen-Hirschfeld-Rennsteig-Ludwigsstadt) waren Brennpunkte der Kämpfe, hauptsächlich in den Jahren 1633-1635. Der Lauenhainer Pass - auch Hieb öhd Pass genannt - wurde von den Schweden im Verein mit Herzog Ernst dem Frommen verrammelt und verhauen, um den Kaiserlichen den Übergang zu verwehren. Zahlreiche Forstortsnamen zeugen heute noch von erbitterten Kämpfen der damaligen Zeit. (Das Geräumt bei der Ziegelhütte, der Soldatenhieb, der Schröckenhieb, die 3 Brüder usw.)
Einwohnerlisten aus den Steuerurbaren und ErbhuIdigungslisten vor und unmittelbar nach dem 30jährigen Kriege lassen keine großen Menschenverluste in unserem Orte erkennen.
Im Siebenjährigen Krieg Durchzüge von Preußen.
9. - 13. Oktober 1806 Durchzüge der napoleonischen Truppen auf der alten Heeresstraße. Es waren dies Teile der linken Marschsäule unter den Generalen Lannes und Augereau. (Merkpunkt an der alten Heeresstraße unweit Steinbachs auf der Höhe: "Der Napoleonsbusch" - eine alte zerzauste Wetterfichte.)
1846-49 Bau der Hauptstraße Kronach - Rothenkirchen - Steinbach - Ludwigsstadt
1883-85 Eisenbahnbau der Strecke Stockheim-Eichicht und damit Fertigstellung der durchgehenden Verbindung Lichtenfels - Probstzella - Saalfeld. (Überschreitung des Rennsteigs - Steigung 1 : 40)
Die Erschließung unseres Gebietes durch die Eisenbahn brachte für die Bewohner am Rennsteig mannigfache Erleichterungen ihrer Lage und zugleich den überall schon erlebten Aufschwung in industrieller Hinsicht.
1885 wurde das Stationsgebäude auf Lauenhainer Grund errichtet und trotzdem der Bahnhof nach unserer Ortschaft benannt. Ein Beamtengebäude, ein Wirtshaus und 2 Privathäuser waren die Anfänge eines Ortsteiles (vom eigentlichen Ort 25 Minuten entfernt). 1912 entstand schon eine Porzellanfabrik. 1923/24 wurden eine Glashütte und ein Sägewerk gebaut, so dass jetzt in diesen Werken mehrere Hundert Arbeiter aus Steinbach und Umgebung in Lohn und Brot standen.Impressionen aus Steinbach
Die Elektrisierung der hiesigen Gegend erfolgte durch die Fa. Itting Probstzella und wurde getragen von einer Elektrizitätsgenossenschaft.
Im Jahre 1938 wurde die Elektrifizierung der Bahnstrecke Lichtenfels - Saalfeld fertig gestellt. Gleichzeitig wurde ein Umschaltwerk für diese Strecke hier in Betrieb genommen.
Im 2. Weltkrieg hatte Steinbach keinerlei Feindeinwirkungen mit Ausnahme eines Angriffs am 6. April 1945 früh 9.00 Uhr, der die Unterbrechung der Bahnstrecke zum Ziele hatte. Der kurze Angriff, bei dem Bomben auf den Bahnkörper und in die nahe gelegene Glashütte fielen, erforderte 12 Tote und 20 Verletzte.
Durch den Zusammenschluss der früher selbständigen Gemeinden Hirschfeld, Windheim und Buchbach im Zuge der Gebietsreform am 1.5.1978 entstand die neue Gemeinde Steinbach a.Wald. Der Zusammenschluss mit der früher selbständigen Gemeinde Kehlbach erfolgte bereits am 1.1.1974.
Steinbach am Wald mit seinen Gemeindeteilen ist staatlich anerkannter Erholungsort und auch bei Wintersportlern bekannt und beliebt. Die Gemeinde wurde Preisträgerin im Rahmen des Wettbewerbes "Unser gastliches Bayern".