Sechs neue Tankstellen für E-Autos

02.11.2018

In Kronach, Steinbach am Wald, Steinwiesen und Stockheim gibt es jetzt Ladesäulen. Sie versorgen Elektrofahrzeuge mit Strom. Das lässt sich der Landkreis einiges kosten.

Heike Schülein

Steinbach am Wald - In der Stadt und im Landkreis sind sechs E-Ladesäulen installiert worden. Am Dienstag nahm Landrat Klaus Löffler diese mit Vertretern der Kommunen und Edgar Müller vom Bayernwerk an der Stromtankstelle beim Freizeit- und Tourismuszentrum in Steinbach am Wald offiziell in Betrieb.

Die Standorte
Hier sind die neuen Ladesäulen zu finden: in Kronach - Hirtengasse 5 (Parkplatz Europabrücke), Siechenangerstraße 13 (Kreiskulturraum), Am Schulzentrum 1 (Kreisbibliothek); in Steinbach am Wald - Badstraße 2 (Freizeitzentrum); in Steinwiesen - Kronacher Straße 75 (Touristinformation); in Stockheim - Ludwigsstädter Straße 95 (Hotel Rebhan).

Die neuen Stromtankstellen, die in Kooperation mit dem Bayernwerk geplant wurden, sollen dabei helfen, die Bürger mit dem Thema E-Mobilität vertraut zu machen. Finanziert wurden sie mit Mitteln aus dem Bundesförderprogramm "Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge". Die Stromtankstellen in Kronach, Steinbach am Wald, Steinwiesen und Stockheim werden in das bundesweite E.on-Drive-Netzwerk integriert, das Fahrern von Elektroautos den Zugang zu mehr als 4000 Ladepunkten in Deutschland ermöglicht.

"Das ist ein guter Tag für die Elektromobilität im Landkreis Kronach", sagte Landrat Klaus Löffler. Bündnis 90/Die Grünen hatte bereits vor drei Jahren die Errichtung von E-Ladesäulen im Landkreis gefordert. "Die Umsetzung des Antrags scheiterte zu diesem Zeitpunkt jedoch noch daran, dass sich beispielsweise kein Stromanbieter gefunden hat, der als Stromlieferant auch die Abrechnung mit den Nutzern abgewickelt hätte", erklärte der Landrat. Erst durch das Angebot des Bayernwerks wurde das Thema wieder belebt. Letztlich führte auch die erst zu diesem Zeitpunkt mögliche Förderung der E-Mobilität durch die Bundesregierung dazu, dass der Kreisausschuss 2017 die Aufstellung von sechs Ladesäulen beschloss. Drei der Ladesäulen sind mit je zwei Anschlüssen bis zu 22 KW ausgestattet, sodass zeitgleich zwei Fahrzeuge Strom tanken können. Diese wurden in den Gemeinden Steinbach am Wald, Stockheim und Steinwiesen installiert. Am Schulzentrum Kronach und am Kreiskulturraum befinden sich sogenannte Wallboxen mit der Möglichkeit, jeweils ein Fahrzeug aufzuladen, mit einer Ladekapazität von jeweils 11 KW. Am Parkplatz bei der Europabrücke wurde eine Schnell-Ladesäule mit eine Ladekapazität bis 50 KW und drei unterschiedlichen Steckertypen aufgestellt, sodass hier verschiedene Fahrzeugmodelle schnell aufgeladen werden können.

Die Gesamtkosten belaufen sich - inklusive Netzanschlusskosten - auf knapp 97 000 Euro. Gut ein Drittel davon trägt der Bund, der Eigenanteil des Landkreises beläuft sich auf rund 63 000 Euro. Der Landkreis Kronach trägt außerdem die Servicegebühren - sprich die monatlichen Unterhaltskosten - für die kreiseigenen Liegenschaften. "Die Wohnsitzgemeinden, in denen die E-Ladesäulen aufgestellt sind, übernehmen die Servicegebühren für mindestens sechs Jahre", sagte der Landrat. Damit werde eine flächendeckende Versorgung im gesamten Landkreis ermöglicht.

Der Küpser Bürgermeister Bernd Rebhan betonte, dass man in Küps mit einer Stromtankstelle auf dem Parkplatz vor dem Rathaus eigene Wege gegangen sei. Das Förderprogramm sei jedoch wichtig, um die Elektromobilität mit einem durchgehenden Konzept auf den ganzen Landkreis auszudehnen.

"Der Elektromobilität gehört die Zukunft", meinte Steinbachs Bürgermeister Thomas Löffler. Die Politik müsse hierfür in Vorleistung gehen und die Lade-Infrastruktur ausbauen.

"Wir sind überzeugt, dass der Elektromotor in Zukunft eine bedeutende Rolle bei der lokalen Verkehrsplanung spielen wird", schlug Bayernwerk-Kommunalbetreuer Edgar Müller in die gleiche Kerbe. Die E-Ladesäulen böten jedem die Möglichkeit, ein Elektroauto barrierefrei zu laden, da sie jederzeit öffentlich zugänglich seien. Autofahrer benötigen zur Verbindung ein Ladekabel mit Typ-II-Stecker.

Der vollständige Ladevorgang eines E-Autos mit einer Reichweite von rund 140 Kilometern dauert bei 22 KW Ladeleistung rund 90 Minuten. Wenn man eine Ladesäule benötige, erfahre man über eine App, wo sich die nächste befindet. "E-Autos sind zwar in der Anschaffung noch teurer als vergleichbare Diesel oder Benziner. Dafür sind sie im Betrieb wesentlich günstiger", betonte Müller. Mit steigender Nachfrage würden auch die Anschaffungskosten günstiger. "Wir setzen selbst voll auf Elektromobilität. Bis 2025 möchten wir unsere rund 1300 Firmen- und Servicefahrzeuge vollelektrisch und emissionsfrei umrüsten", sagte der Kommunalbetreuer. Zurzeit besitze das Energieunternehmen 64 Fahrzeuge, die umweltfreundlich unterwegs seien.

An der E-Ladesäule wird jede Ladekarte eines Elektromobilitätsanbieters akzeptiert, der dem "Hubject"-Ladeverbund angehört. Die Abrechnung erfolgt über den jeweiligen Anbieter. Zudem besteht eine direkte Lademöglichkeit ohne separate Anmeldung mit einem Smartphone: Eine weitere Möglichkeit ist das Laden über die "E.on-Drive"-App

aus "Neue Presse" vom 01.11.2018

Kategorien: Aktuelles