Presseberichte zur Bürgerversammlung 2016

Meldung vom 21.11.2016

Löffler zieht nach 14 Jahren Bilanz

Bevor er kommenden Monat sein neues Amt als Landrat antreten wird, präsentierte Steinbach am Walds scheidender Bürgermeister Klaus Löffler (CSU) in seiner letzten Bürgerversammlung, wie die Gemeinde derzeit dasteht – und welche Aufgaben auf seinen Nachfolger warten.

Von Veronika Schadeck

Kehlbach - Es war die letzte Bürgerversammlung, die Klaus Löffler (CSU) am Donnerstagabend als Oberhaupt der Gemeinde Steinbach am Wald in der Kulturhalle leitete – und es war keine übliche Bürgerveranstaltung. Löffler, der im Dezember sein neues Amt als Landrat antreten wird, nutzte die Gelegenheit, um seine 14-jährige Amtszeit Revue passieren zu lassen.
In diesem Zusammenhang bedankte er sich bei seinem Gemeinderat, seiner Verwaltung, dem Bauhof und bei den Bürgern, die sich mehrheitlich ehrenamtlich in irgendeiner Weise für ihre Heimat einbrächten. „Steinbach befindet sich auf Kurs“, so Löffler. Was die Finanzen betrifft, so sei Steinbach gut aufgestellt. Einer aktuellen Verschuldung von 1,6 Millionen Euro stünden 1,7 Millionen Euro an Rücklagen gegenüber. Dabei sei das sich derzeit im Bau befindliche 6,5 Millionen Euro schwere Freizeit- und Tourismuszentrum schon abgerechnet.

Weiche Standortfaktoren
Insgesamt wurden seit seinem Amtsantritt im Jahre 2002 rund 25 Millionen Euro an Investitionen in der Gemeinde getätigt. Darunter fielen unter anderem das Rettungszentrum (1,5 Millionen Euro), die Dorferneuerung in Hirschfeld (1,2), das Mehrgenerationenhaus in Buchbach (750 000). Für Kanal- und Wassersanierungen wurden 3,5 Millionen Euro ausgegeben. Investiert wurde weiterhin in den Ausbau von Kindergärten, Schule, Straßen.
Obwohl es in Steinbach aufgrund der Finanzkraft schwierig ist, Zuschüsse zu erhalten, gelang es der Gemeinde, vier Millionen Euro an Zuschüssen zu generieren. 39,6 Millionen Euro musste die Gemeinde als Kreisumlage abgeben, 19 Millionen Euro fielen als Gewerbesteuerumlagen an. Lediglich 38 Cent pro Euro Gewerbesteuer bleiben in der Gemeinde.

Familienfreundlichkeit
Aber nicht nur im Finanzbereich kann Löffler eine Erfolgsgeschichte vorweisen, sondern auch bei den „weichen Standortfaktoren“. Gesetzt wurde in der Kommunalpolitik auf Wirtschaft, Infrastruktur, Familie, Innovation und Soziales.
Löffler initiierte zusammen mit dem BRK-Kreisverband das Betreuungsnetzwerk „Lebensqualität für Generationen“, in dem mittlerweile 8 200 Arbeitnehmer das Betreuungsangebot annehmen können. Eingeführt wurden unter anderem Randzeitenbetreuungen auf Wunsch und der Kinderbonus in Höhe von 500 Euro. Der Gewerbesteuersatz wurde, um Anreize für die Wirtschaft zu schaffen, zweimal gesenkt und liegt nun deutschlandweit auf Platz 15. Auch die negative Einwohnerentwicklung wurde mit einem Plus von 51 in 2016 gestoppt.

Nicht genügend Wohnraum
Die Gemeinde dürfe sich aber nicht ausruhen, so der Bürgermeister: „Stillstand bedeutet Rückstand.“ In nächster Zeit müsse der Fokus auf Mobilität und auf die Beschaffung von adäquatem Wohnraum gerichtet werden.
Denn die Gemeinde hätte mehr Zuzüge verzeichnen können, sofern genügend Wohnungen vorhanden gewesen wäre. Löffler bezeichnete ein „vernetztes Handeln als Schlüssel zum Erfolg“. Und nachdem er in seinem Landratswahlkampf immer auf sein Netzwerk hingewiesen hatte, meinte er: „Verbindungen schaden demjenigen, der keine hat.“

Bei den Bürgermeldungen waren die Themen Schule und Wasserpreis besonders gefragt. Der SPD-Bürgermeisterkandidat, Peter Grüdl, meinte, dass man versuchen sollte, die Realschule aufgrund der geografischen Lage nicht in Pressig, sondern in Steinbach anzusiedeln. Zudem sollte am Pressiger Bahnhof eine Unterstellmöglichkeit für Schüler geschaffen werden. Löffler wies darauf hin, dass eine Unterstellmöglichkeit Sache des Marktes Pressig sei.

Was den Realschulstandort im Norden betrifft, so solle man der Staatsregierung dankbar sein. Erstmals nach 40 Jahren will diese eine Realschule im nördlichen Landkreis Kronach als Strukturprogramm etablieren. Unmittelbar nach seinem Amtsantritt plant Löffler, ein Konzept zu entwickeln, mit dem man dann nach München gehen will.

Ergebnis abwarten
Dass das Thema Wasser und Wasserzweckverband FWG komplex ist, wurde an den Ausführungen von Hans Vetter deutlich. Er beklagte die unterschiedlichen Wasserpreise zwischen den Ortsteilen und der Gemeinde. Er forderte den Bürgermeister auf, diese anzugleichen. Löffler wies darauf hin, dass der Vorsitzende der FWG, Jürgen Baumgärtner (CSU), alles daran setze, um als Härteanfall anerkannt zu werden (wir berichteten). Zudem sprach er davon, dass in der Gemeinde die Wasserpreise wohl angeglichen werden. Zuvor wolle man aber das Ergebnis eines Ingenieurbüros abwarten, das sich derzeit mit Kostenkalkulationen im Bereich Wasser und Abwasser beschäftigt. Ziel sei auf jeden Fall, den Wasserpreis bezahlbar zu halten.

Austausch
Im Rahmen der Sitzung ging Bianca Fischer-Petersen auf die Seniorengemeinschaft Kronach ein. Das Ziel der Vorsitzenden ist es, im nördlichen Landkreis mehr Mitglieder zu gewinnen. Insgesamt geht es ihr um die Stärkung des nachbarschaftlichen Zusammenhalts, um den Austausch von Leistungen rund um die Dinge des täglichen Lebens sowie um Haus und Garten. Heinz Büttner schlug vor, eine Zusammenkunft der Seniorengemeinschaft einmal im nördlichen Landkreis anzuberaumen.

aus "Fränkischer Tag" vom 19.11.2016


Viel investiert, viel gewonnen

Ein bisschen riecht es nach Abschiedstour: Bei der Bürgerversammlung zieht Steinbachs Bürgermeister und Kronachs neuer Landrat Klaus Löffler Bilanz. Es ist eine Erfolgsstory.

Von Peter Fiedler

Kehlbach - Eine Bürgerversammlung nutzt ein Bürgermeister in der Regel um ein Resümee des abgelaufenen Jahres zu ziehen. Wenn es sich aber um die letzte Bürgerversammlung als Bürgermeister handelt, dann muss dieses Resümee umfangreicher ausfallen. So blickte der neue Kronacher Landrat Klaus Löffler bei der Bürgerversammlung am Donnerstagabend in der Kehlbacher Kulturhalle auf seine 14-jährige Tätigkeit als Steinbacher Bürgermeister zurück.

Dabei ging es auch emotional zu. Klaus Löffler betonte, dass Steinbach eine liebens- und lebenswerte Gemeinde sei, dass der Zusammenhalt in der Gemeinde einzigartig sei, genauso wie die Zusammenarbeit im Gemeinderatsgremium. Als Landrat sei er "nicht aus der Welt", sondern nach wie vor Ansprechpartner für alle Bürgerinnen und Bürger, er werde in Steinbach wohnen bleiben und natürlich auch die Bürgerversammlung besuchen, wenn er eingeladen wird.

Klaus Löffler führte in seinem Rechenschaftsbericht aus, dass die Maxime seiner Arbeit gewesen sei, Steinbach am Wald als liebens- und lebenswerte Kommune weiterzuentwickeln. Familie, Bildung, Wirtschaft, Infrastruktur und "Wir in Steinbach zu Hause" seien wichtige Schlagworte gewesen. Als Beispiel nannte er das Netzwerk LQFG. Dies habe bundesweit von sich reden gemacht, 18 Unternehmen und zwei Kommunen seien mittlerweile darin eingebunden. LQFG sei ein Netzwerk das bei der Kinderbetreuung ansetzt und sich durch alle Generationen durchzieht. Für fünf weitere Netzwerke in Bayern übernehme man deswegen auf Wunsch des Sozialministeriums das Coaching.

Der Bürgermeister nannte Initiativen wie den Bonus in Höhe von 500 Euro für jedes Neugeborene in der Gemeinde, die Errichtung neuer Spielplätze, Umsetzung der Jugendraumkonzepte, Schaffung eines Mehrgenerationenhauses in Buchbach mit vielen Angeboten für Jung und Alt und die Sicherung des Bestands der Kindergärten in der Großgemeinde als Beispiele für erfolgreiche Familienpolitik. Man merke, dass man vor Ort noch mehr Zuzug generieren könnte, wenn man mehr Wohnraum hätte. Dies werde wohl ein Thema für das Gremium sein. Steinbach sei als Lebens- und Wirtschaftsraum sehr attraktiv. Der Erhalt des Schulstandortes in Windheim sei mit das wichtigste Ziel in den vergangenen 14 Jahren gewesen. Man habe den Standort nicht nur sichern, sondern weiterentwickeln können. Er erinnerte an Gerhard Neubauer und Alfred Schaden, die den Weg mit der Kooperation Steinbach-Tettau ebneten.

"Die Sicherung des Wirtschaftsstandortes durch dir richtigen politischen Weichenstellung war uns ganz, ganz wichtig", so Klaus Löffler. Die hohen Investitionen der Unternehmen seien ein ganz klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Steinbach am Wald. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze habe sich nach oben entwickelt.

Ende November solle der Breitbandausbau in der Gemeinde abgeschlossen sein, dies sei ein extrem wichtiger Standortfaktor. Die Zusammenarbeit zwischen Kommune und Wirtschaft sei eine "gelebte Partnerschaft".

In den vergangen 14 Jahren habe man 25 Straßenzüge mit einer Länge von zehn Kilometern und einem Investitionsvolumen von fünf Millionen Euro ausgebaut. Der Ausbau der B 85 dreispurig von Steinbach am Wald nach Förtschendorf sei ebenso gelungen wie der Ausbau der Ortsdurchfahrt zum Kreisel und der Ausbau der Staatsstraße zum Kreisel nach Lehesten ebenso wie der Ausbau der KC 18 von Hirschfeld zur B 85. Im Jahre 2017 werde der Ausbau zwischen Hirschfeld und Windheim realisiert. Der Bürgermeister ging auch auf den Wasserzweckverband Frankenwaldgruppe ein. Er sei Heinz Köhler und Jürgen Baumgärtner extrem dankbar, dass es gelungen sei, Zuschüsse in Höhe von sieben Millionen Euro zu erhalten.

Als große Investitionsmaßnahmen nannte er das Freizeit- und Tourismuszentrum (6,5 Millionen Euro), das Feuerwehrgerätehaus Steinbach am Wald (1,5 Millionen Euro), die Dorferneuerung Hirschfeld (1,2 Millionen Euro), das Mehrgenerationenhaus Buchbach (750 000 Euro) und die Kanal und Wassersanierungen (3,5 Millionen Euro). Er sei stolz, so der Bürgermeister, dass es hierbei gelungen sei, bei knapp zehn Millionen Euro an Investitionen mehr als vier Millionen Euro an Zuschüssen zu genieren.

Die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kommune war ebenfalls Thema. Insgesamt habe man 24 Millionen Euro an Investitionen vorgenommen und 39,6 Millionen Euro an Kreisumlage und 19 Millionen Euro an Gewerbesteuerumlage geleistet, ohne einen einzigen Euro Schulden aufzunehmen. "Von einem Euro Gewerbesteuereinnahmen verbleiben der Gemeinde 38 Cent", so Klaus Löffler. Den Schuldenstand habe man um knapp 4,8 Millionen Euro reduzieren können. Den 1,6 Millionen Euro an Restschulden stehen Rücklagen in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro gegenüber. Die pro-Kopf-Verschuldung sei von 1784 auf 525 Euro gesunken. Beim Gewerbesteuerhebesatz liege man in Oberfranken auf Platz zwei und in Bayern auf Platz sieben. Bei der Einwohnerentwicklung habe man heuer erfreulicherweise ein Plus von 51 Einwohnern erreichen können.

aus "Neue Presse" vom 19.11.2016

Kategorien: Aktuelles