Erfolgsgeschichte begann vor 40 Jahren

Meldung vom 17.12.2018

FESTAKT In der Rennsteighalle wurde zurückgeblickt auf die Gemeindegebietsreform, die 1978 die Gemeinden Steinbach am Wald, Buchbach, Hirschfeld, und Windheim zusammenführte. Anfänglichen Schwierigkeiten folgte eine hervorragende Entwicklung.



Moderatorin Stefanie Neubauer, Altbürgermeister Gerhrad Neubauer, Hermann Jung (langjähriger Geschäftsstellenleiter), Ehrenbürger und Altlandrat Heinz Köhler, Erster Bürgermeister Thomas Löffler und Ehrenbürger Landrat Klaus Löffler blickten auf 40 Jahre Gebietsreform zurück. Foto: Thomas Kotschenreuther

Thomas Kotschenreuther

Steinbach am Wald — Die Gemeindegebietsreform führte 1978 die damals selbständigen Gemeinden Buchbach, Hirschfeld und Windheim mit Steinbach am Wald zusammen. Vier Jahre zuvor bereits schlossen sich die Kehlbacher Steinbach an. Eine Erfolgsgeschichte im Norden des Landkreises nahm also vor nunmehr 40 Jahren ihren Anfang.

„Die Vergangenheit gibt uns Ratschläge für künftiges Handeln.“ Dieser Sinnspruch habe in der Gemeinde Steinbach am Wald große Bedeutung, eröffnete Bürgermeister Thomas Löffler den Festakt in der Rennsteighalle. Seiner Einladung waren die Ehrenbürger Joachim Wiegand, Heinz Köhler und Klaus Löffler ebenso gerne gefolgt wie die Altbürgermeister Edwin Trebes und Gerhard Neubauer. Löffler lobte die Tatkraft und die Leistungen der Ehrengäste. Sein Dank galt aber auch und nicht minder den aktuellen und den ehemaligen Gemeinderatsmitgliedern sowie den Bediensteten und Ruheständlern, die die 40 Jahre wesentlich mitbestimmt hätten.

Komplexe Lage

In einer lockeren Talk-Runde, moderiert von Stefanie Neubauer, blickten die Verantwortlichen auf die jeweiligen Zeitabschnitte zurück. Heinz Köhler, damals Landrat des Landkreises Kronach, macht keinen Hehl daraus, dass die Einigung ein schwieriger Prozess gewesen sei. Der Steinbacher Bürgermeister Edwin Trebes habe auch die Option einer Verbindung mit Haßlach gesehen, während Buchbach nach Tettau wollte. Dort habe man eine Zusammenführung aufgrund von unliebsamen Persönlichkeiten aus Buchbach gescheut. Sogar Funk und Fernsehen hätten sich für die komplexe Lage interessiert.

Doch bei allen Schwierigkeiten habe sich die Gemeinde hervorragend entwickelt. Auch Altbürgermeister Neubauer (1990-2002) lobte den Zusammenschluss. In Windheim habe man damals schon eine intakte Infrastruktur vorfinden können. Aber nach dem Besuch des damaligen Regierungspräsidenten Winkler sei klar gewesen, dass es nur diesen Weg der Zusammenarbeit gebe. Dem Einwohnerzuwachs nach der Grenzöffnung sei ein steter Rückgang der Bevölkerung gefolgt.

Der Freizeitsee im Norden des Landkreises, so Köhler, sei die Idee von Heinz Fehn gewesen, nachdem die Pläne im Süden ins Stocken geraten waren. Landrat Klaus Löffler sprach von einem langen Atem, den man haben müsse, um Projekte wie den dreistreifigen Ausbau der B 85 umzusetzen. Dies gelte auch für das Netzwerk Lebensqualität für Generationen. Aus dem Gedanken der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei die Randzeitenbetreuung im Kindergarten entstanden. Nachdem man mit dem Sozialpreis des Bezirks Oberfranken ausgezeichnet worden war, und den Konzeptionsgesprächen mit den Unternehmen war der Weg bereitet für ein Netzwerk, das bundesweite Beachtung finde und erfolgreiche Arbeit mache.

„Riskantes Abenteuer“

Mit der Gebietsreform sei eine Verwaltungsreform einher gegangen, berichtet der langjährige Geschäftsleitende Beamte Hermann Jung und bemerkt süffisant, dass es Edwin Trebes gewesen sein, der ihn zu diesem riskanten Abenteuer Gemeinde überredet habe. Die damaligen Bürgermeister hätten vieles noch selbst bearbeiten müssen, bevor die Verwaltung neu mit dem Ziel von bürgernäherer Dienstleistung aufgebaut war.

Die Mittelschule in Windheim sei der frühen Kooperation mit Tettau zu verdanken. Hier erinnert Gerhard Neubauer an den damaligen, leider zu früh verstorbenen Tettauer Rektor Alfred Neubauer.

Schließlich blickte Klaus Löffler, Bürgermeister zum Zeitpunkt des Rennsteighallenbaus und gemeinsam mit Joachim Wiegand, beide ja zurecht Ehrenbürger der Gemeinde, auf die Idee der Sanierung und Modernisierung des heutigen Freizeit- und Tourimuszentrums. Joachim Wiegand habe aus Dankbarkeit den Menschen der Region etwas für ihre Treue zum Unternehmen zurückgeben wollen. So sei die Halle entstanden und der Gedanke, das FTZ anzupacken. Die Familie Wiegand tue der Gemeinde „verdammt gut“.

Bürgermeister Löffler ergänzte, dass Edwin Trebes mit großem Mut das Zentrum damals habe errichten lassen. Die Entwicklung um das Zentrum herum habe den Gemeindeteil aufgewertet: „Wir alle können sehr stolz auf uns und müssen dankbar für das Erreichte sein.“ In seinem Dank hob er seinen Amtsvorgänger hervor. Gemeinsam dankten die Verantwortlichen der 40 Jahre Gebietsreform allen, die in kommunalen Gremien oder als Beschäftigte an der Erfolgsgeschichte Steinbach am Wald mitgeschrieben haben.

aus "Fränkischer Tag" vom 15.12.2018

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