Bürgerversammlung am 16.11.2017

28.11.2017

Bürgerversammlung in Steinbach.

Acht Monate -Bilanz und ständig neue Ideen und Aufgaben

Steinbach a.Wald. Arbeitsreich und spannend, so resümierte Bürgermeister Thomas Löffler seine ersten achte Monate als Gemeindeoberhaupt. Empfangen wurden die Steinbacher Bürgerinnen und Bürger von Margarita Volk-Lovrinovic (Kommunalmarketing) und Grit Meusel (Tourismus) mit der Frage nach Positivem und Verbesserungsfähigem in Steinbach. Eine Baubesichtigung im Freitzeit- und Tourismuszentrum vor der Bürgerversammlung brachte viele staunende und begeisterte Augen, die voller Vorfreude auf die Eröffnung strahlten.

In den fast 30 Sitzungen aller Gremien habe man stets sachlich und gut miteinander gearbeitet und loyal zusammengestanden. Dafür dankte Löffler den Gemeinderatsmitgliedern. Auch zu Recht seien Monika Barnickel und Klaus Neubauer mit der „Kommunalen Dankurkunde“ für mehr als 20-jährige herausragende Arbeit zum Wohle der Bevölkerung ausgezeichnet worden. Mit 3170 seien derzeit 24 Personen weniger in der Gemeinde wohnhaft als zu Jahresbeginn. Den 27 Geburten stünden 32 Sterbefälle, den Zuzügen (136) 155 Wegzüge gegenüber. Insgesamt beeinflusse die Gemeinde mit Familienfreundlichkeit, Willkommenspaket und Kinderbonus und nach wie vor guten Rahmenbedingungen für die heimischen Unternehmen die Entwicklung positiv.

Sehr intensiven Kontakt pflege er nicht nur mit den Beschäftigten und dem Personalrat sondern auch mit den Bürgermeisterkollegen. Landrat Klaus Löffler, der nach wie vor in der Gemeinde dankenswerterweise sehr präsent sei, sei ihm ein wichtiger Partner. Die Gemeinde sei ein Dienstleistungszentrum für die Bürger. Auch deshalb habe man personelle Verbesserungen vorgenommen: als Betriebs- und Badeaufsicht Thomas Löffler, als Tourismusbeauftragte Grit Meusel, als Raumpflegerinnen Karolin Löffler und Alexandra Greser als temporäre Vertretung sowie Michael Löffler im Bauhof zur Krankheitsvertretung für Eugen Löffler.

Viele kulturelle Angebote wie die Kirchweihfeste in fünf Dörfern oder das beeindruckende Konzert des Kreisauswahlorchesters in der Rennsteighalle der Joachim Wiegand Sportstiftung Kronach mit ihrer einzigartigen Akustik streifte der Bürgermeister ebenso wie das geplante Konzert „1000 Herzen Kronach“ am 18.03.18

Veranstaltungen, wie der bestens organisierte Wandermarathon und die großartigen Moutainbikerennen am See, aber auch das enorme Engagement der Sportvereine mit ihren vielen Angeboten und der ausgezeichneten Jugendarbeit trügen zu einem lebendigen Miteinander bei. An alle Unternehmer und Gewerbetreibenden richtete er seinen Dank für die Standorttreue, das gute Miteinander und für die Bereitstellung der Arbeitsplätze. Exemplarisch hob er die Wiegand Glashüttenwerke hervor, die den Deutschen Verpackungspreis in Gold für den neuen Bocksbeutel erreicht habe. Er appellierte, heimische Produkte und Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. 2018 werde er ein Unternehmerfrühstück auf Gemeindeebene einführen.

In den Kindergärten und der Grund- und Mittelschule Windheim werde hervorragende Arbeit geleistet. Die Betreuung in der Offenen Ganztagesschule sei zukunftsorientiert sehr wichtig, deshalb habe die Gemeinde auch in den Umbau der Bücherei zum Gruppenraum investiert. Das Schullandheim in Steinbach sei ein wertvoller Mosaikstein. Er dankte Landrat Klaus Löffler für die Verbesserung der Schülerbeförderung an den Nachmittagen und das Beschwerdemanagement für den Schülerverkehr, das Barbara Meyer leite.

Das Mehrgenerationenhaus in Buchbach und das Netzwerk Lebensqualität für Generationen, das nun 5 Jahre jung sei, zeige die hervorragende Zusammenarbeit mit dem BRK, insbesondere mit Antje Angles und dem Kreisgeschäftsführer Roland Beierwaltes. Die Volkshochschule mit den neuen Außenstellen-Leiterinnen Margitta Eichhorn-Wick und Birgit Mildenberger werden die Arbeit von Kerstin Hinz fortsetzen.

Über das Projekt Kommunalmarketing mit Margarita Volk-Lovrinovic sollen mehr Bürger mit einbezogen und Bürgerschaftliches Engagement gestärkt werden. Das Gemeindeoberhaupt wolle verstärkt auch Jugendliche binden, sich um Kinder und Jugendliche zu kümmern. Intensiv habe er mit den Abiturienten über die Zukunft diskutiert.

Stolz zeigte Löffler sich auf den Tag der offenen Gartentür in Windheim und lobte den OGV Windheim. Beim Dorfwettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ haben im Bezirksentscheid 2017 Hirschfeld und Windheim gepunktet.

Die Arbeit der vielen Freiwilligen der Feuerwehren könne nicht hoch genug geschätzt werden. Derzeit investiere die Gemeinde in einen Rüstwagen (Eigenanteil 172.000,-€) und in naher Zukunft in ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs HLF 20 ca. 350.000,-€: „Aber ohne Feuerwehrleute bleiben die Fahrzeuge stehen!“ Zu Recht habe der Kommandant der Feuerwehr Steinbach a.Wald Christian Schulz das Dt. Feuerwehrehrenkreuz in Silber verliehen bekommen.

Die Straßen- bzw. Tiefbaumaßnahmen für die KJ 2018 – 2022 habe man nach Ausbauzustand, Dauerhaftigkeit, Zustand der Ver- bzw. Entsorgungsleitungen und Kosten bewertet und ein Umsetzungskonzept erstellt. In der Förderoffensive Nordostbayern seien Leuchtturmprojekte in allen Ortschaften mit Investitionen über 2 Millionen Euro geplant. Städtebauliche Voruntersuchung seien eine große Chance für Steinbach a.Wald auch den Bahnhofbereich zu überarbeiten.

Die ärztliche Versorgung sei eine seiner Hauptsorgen. Im Bereich des Wohnungsbaus sei viel zu tun, ein Investor für ein Mehrfamilienwohnhaus werde gesucht.

Mit dem Bayern-Netz-Natur-Projekt für die Rennsteigregion soll der Erhaltung der sehr wertvollen Kulturlandschaft gedient werden. Projektträger sei der Landschaftspflegeverband Frankenwald Landkreis Kronach e.V. Dazu habe bereits eine Infoveranstaltung mit Jagdgenossenschaften und Bauernvertretern stattgefunden. Er sei sehr stolz auf die Jagdgenossenschaften, die Jägerschaft und auf die bäuerlichen Betriebe

Das Büro „Kommunale Transparenz“ sei mit der Erstellung einer Benutzungsgebührenkalkulation Abwasserbeseitigung (alle Gemeindeteile) und Wasserversorgung (Steinbach) beauftragt. Die Kalkulation werde nun dem Gemeinderat vorgestellt, die neue Gebührenfestsetzung könne somit ab 01.01.2018 erfolgen. Da in den letzten Jahren viel investiert worden sei und auch die Betriebsführung viel Geld koste, werde die Kalkulation sowohl beim Wasser im Gemeindeteil Steinbach a.Wald, als auch beim Abwasser in allen Ortsteilen eine Preiserhöhung ergeben. Auch umliegende Gemeinden hätten diese Kalkulation schon erstellen lassen und das Ergebnis dann 1:1 umgesetzt.

Die Haushaltslage schilderte der Bürgermeister nachdenklich. Den Rücklagen am 31.12.2016 in Höhe von 3 Millionen Euro standen Kreisumlageverpflichtungen, welche in den Jahren 2017 und 2018 zu entrichten sind, in Höhe von 7 Millionen Euro gegenüber. Zu dem Schuldenstand am 31.12.2016 in Höhe von 1,7 Millionen müssen laut Haushaltsplan im aktuellen Jahr 2017 Kredite in Höhe von 1,85 Millionen aufgenommen werden und im Jahr 2018 weitere 1,25 Millionen. Es sei deshalb ein komplettes Umdenken notwendig.

Die Erhöhung der Hebesätze der Grundsteuern A und B um + 10 Prozentpunkte, der Gewerbesteuer um +20 Prozentpunkte sei unumgänglich gewesen (A=300 v.H., B=310 v.H., Gew. 300 v.H.). Trotzdem liege die Gemeinde nach wie vor deutlich unter den Durchschnittswerten und sei als Gemeinde nach wie vor äußerst attraktiv.

Das Freizeit- und Tourismuszentrum werde für die Region völlig neue Möglichkeiten bieten: "GenerationenBad" mit der Ausrichtung Freizeit & Wellnessbad, die "FichtenStube" und das "GlasBistro" als moderne regionale Frankenwaldküche, die Bowlingbahn "SchieferStollen" und das spätere "FrankenwaldZentrum" im Obergeschoss mit Präsentationen der Region und der heimischen Industrie und Handwerk.

Attraktive Außenanlagen, der Hotspot BayernWLan, eine landkreiseigene Elektroladesäule und das Glaskunstwerk von Ehrenbürger und Stifter Joachim Wiegand vervollständigen das überregional ausgerichtete Zentrum. Wichtig sei ihm eine starke aktive DLRG.

Zur Stärkung des touristischen Angebotes sei die Anschaffung eines neuen Loipenspurgerätes geplant. Für die Beschilderung und für die Pflege der Wanderwege, der Nordic-Walking-Strecken und der Loipen dankte er Hans Heinlein, Ingbert Weigelt, Peter Kielow und Klaus Neubauer. Durch die ARGE Rennsteig sei in der Region viel entstanden. Ziel sei, ein tägliches ein Angebot für Tourismus zu schaffen, auch durch die Mithilfe des Fremdenverkehrsvereins e.V. Steinbach a.Wald mit der Geschäftsführerin Marion Herrmann. Auch eine Praktikantin der Tourismusschule Franken habe die Gemeinde unterstützt. Eine Hinweistafel in der Unterführung zu den Bahnsteigen soll ankommende Gäste willkommen heißen. Mit der Stadt Lehesten sei man ebenfalls im Gespräch. Die Attraktivierung des Freizeitsees durch den Landkreis Kronach und einen Privatinvestor ergänze das Vorankommen der Region.

Der Vorsitzende des Zweckverbandes Wasserversorgung Frankenwaldgruppe (FWG) MdL Jürgen Baumgärtner freute sich, dass die Arbeit des jetzigen Landrats durch den Bürgermeister der Gemeinde Steinbach a.Wald weitergeführt und weiterentwickelt wird. Die FWG sieht er in ruhigerem Fahrwasser. Der Investitionsstau wird konsequent abgearbeitet. Zusammen mit der bereits erhaltenen Förderung von 7 Mio. und der Gebührenstruktur sowie den Investitionsumlagen der Gemeinde und den zu erwartenden Förderungen des Staates - man werde Stufe 2 der Härtefallregelung des Freistaats Bayern Mitte 2019 erreichen - werde es gelingen, die Ergänzungsbeiträge der Haushalte im Durchschnitt auf 5.000 € in 23 Jahren zu begrenzen. Baumgärtner sieht eine Tendenz, dass alle Wasserversorger in der Preisstruktur Änderungen werden vornehmen müssen. Um Konflikte mit Hauseigentümern zu reduzieren werde die FWG Ultraschallwasserzähler einbauen, die von der Straße aus ablesbar sein werden. Die Zweifel von Joachim Hoderlein, dass die Ergänzungsbeiträge der Bürger reichen, konnte Baumgärtner entkräften, da hier eine vorausschauende Kalkulation zugrunde liegt. Brunnensanierungen, wie sie Peter Grüdl ansprach, seien betriebswirtschaftlich nicht darstellbar. Bianca Kestel sprach die Qualität des Wassers an, das in Ihrer Straße sehr nach Chlor rieche. FWG-Geschäftsleiter Woller und Baumgärtner werden sich dem annehmen, ebenso wie der Wortmeldung nach Verfärbungen.

Weitere Fragen der Bürger

Das Thema Friedhof brachte Antje Leitz ein. Die Gemeinde habe, informierte die Gemeindeverwaltung, lediglich für die Bestattungsleistungen, die nach dem Gesetz die Gemeinde erbringen müsse, einen Vertrag mit einem Bestattungsunternehmen. Für alle anderen Leistungen können die Hinterbliebenen selbstverständlich frei wählen.

Frank Hirschböck monierte die fehlende Markierung auf der Rennsteigstraße nach der innerörtlichen Sanierung dieser Staatsstraße. Die Praxis, so der Leiter der Polizei Ludwigsstadt und Gemeinderatsmitglied Markus Löffler, habe gezeigt, dass durch den Verzicht auf die Mittelmarkierung der gewünschte Effekt nicht eingetreten sei, so dass er die Empfehlung an die Straßenverkehrsbehörde gerichtet habe, die Mittelmarkierung aufzubringen.

Die dritte Spur der B85 zwischen Förtschendorf und Steinbach werde im kommenden Winter durch eine Änderung der Räumstrecken besser geräumt. So konnte Bürgermeister Thomas Löffler Reinhard Löffler diese Sorge nehmen. Reinhard Löffler regte darüber hinaus an, leerstehende Immobilien durch die Gemeinde zu erwerben und durch örtliche Handwerker sanieren zu lassen. „Mir liegen Ortsbild und adäquater Wohnraum auch sehr am Herzen“, freute sich Bürgermeister Löffler über den Beitrag. Das Leerstandsmanagement werde seit geraumer Zeit bereits in der Verwaltung bearbeitet und sei heuer nochmals intensiviert worden. Das Thema sei aber in jedem Fall 2018 auf seiner Agenda.

Und das war sonst noch:

Straßenbau: St 2209 mit deutlicher Verkürzung der Bauzeit und einem lärmmindernden Asphalt, die KC 18 mit Geh- und Radweg, Bergstraße, Steinbachsberg, Buswendeplatz, Lehrerparkplätze.

Kanalsanierungen, Wasserrohrbrüche, Kläranlagenverbesserungen.

Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik läuft (638 Leuchtköpfe, vorher 95.412 W, nachher 21.237 W, Einsparung: 307.500 kWh/a, 61.500€/a, 187,3t CO2/a, Kosten: 325.000 € (brutto), 61.500€/a = Amortisationszeit: 5,3 Jahre).

Verbesserung der Mobilfunktechnik: Situation aufgezeigt, Anschreiben an Anbieter.

DSL-Ausbau: Weitere Untersuchung des Versorgungsgebietes.

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